Mail an meine Vermieter - 30.08.2015:

Hallo xxx,

das Gerüst an der Hauseingangstür wurde am 19.06.2015 aufgestellt, die Malerarbeiten am 31.07.2015 abgeschlossen und seitdem sollten alle weiteren Aktivitäten, die dieses Gerüst erfordern, auch abgeschlossen sein. Heute ist der 30.08.2015 und das Gerüst steht immer noch.

Ich bitte Euch - erst- und letztmalig - dieses Gerüst an der Hauseingangstür bis spätestens 15.09.2015 zu entfernen bzw. entfernen zu lassen. Sollte das bis zu diesem Termin nicht geschehen sein, werde ich meine Rechtsschutzversicherung einschalten und wenn möglich dahingehend eine einstweilige Verfügung erwirken lassen. Zur Not lasse ich es auch auf ein gerichtliches Verfahren ankommen.
Meine Hausratversicherung sagt: "Gerüstaufbau erhöht Einbruchsrisiko" und somit steht eine Versicherungsleistung im Falle des Falles in Frage.

Seit Mitte 2014 - seit die Vormieter der oberen Wohnung ausgezogen sind - habe ich sämtliche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten hingenommen und Euch dabei unterstützt wo es ging - neben all meinem Leid mit meiner Schwester und meiner Mutter.

Mittlerweile ist meine Geduld jedoch am Ende. Es wird jetzt endlich Zeit, dass wieder Ruhe einkehrt in der xxxxxxstr. xx, 91154 Roth und die Mieter nicht mehr dauernd vom Vermieter "behelligt" werden.

Denn die "Vermietung" stellt einen Besitzübergang dar! Das bedeutet, dass der Vermieter sich für Arbeiten eine angemessene Zeit vorher ankündigen muss - was bisher NIE geschehen ist. Es wurde einfach immer wann es Euch gepasst hat gemacht. So z. B. während meiner Abwesenheit im Urlaub. xxxxxx ist einfach mal so in das Freigehege eingedrungen um die Abwasserleitung in den Teich unter der Terrasse zu installieren - was schon seit Jahren überfällig war. Dabei hat er einfach mal die Wasserzufuhr unterbrochen und ist zu diesem Zweck in meinen Keller "eingedrungen" - ohne Rücksprache. Ihr solltet Euch wirklich mal über Eure Rechte als "Vermieter" informieren - das hat nämlich gar nichts mit "Eigentümer" zu tun! Meine - extra für den Urlaub - installierte Beregnung meiner Pflanzen war damit auch "für die Katz" und ich konnte sie gerade nochmal so retten. xxxxxx hat das Ganze auch noch abgestritten als ich ihn dazu befragt habe. Aber anders konnte es gar nicht gelaufen sein.

Solltet Ihr unser Mietverhältnis jetzt dauerhaft als "gestört" betrachten - keine Angst ich ziehe auch aus. Allerdings habe ich aufgrund der Mietdauer von 16 Jahren eine Kündigungsfrist von 9 Monaten. In dieser Zeit sollte ich eine adäquate Unterkunft für mich und meine Miezen finden können. Wäre zwar schade aber meine Duldungsgrenze ist derzeit mehr als erreicht und ich werde die angekündigten Maßnahmen durchziehen, das darfst Du mir glauben.

Grüße.

Marion

 

31.08.2015 - Der Zweck meiner Mail wurde erreicht. Heute kam die Vermieterin - mit der eigentlich der Mietvertrag geschlossen wurde - zu einem Gespräch zu mir. Im Laufe des Gespräches stellte sich heraus, dass sie gar nicht mit bekam was ihr Mann alles einfach so ad hoc mal getan - und mir dabei Schaden zugefügt - hat, fand aber natürlich für Alles eine Entschuldigung um fließend dahin überzugehen mir vorzuhalten was sie in all den Jahren für ihre Mieter getan hätten und auch die aktuellen Renovierungsarbeiten ja nur im Sinne der Mieter erfolgen würden. Sie hätten ja auch die Terrasse für mich nicht bauen müssen, ich hätte das Freigehege genehmigen lassen müssen, die Beregnungsanlage meiner Pflanzen hätte genehmigt werden müssen. Fakt ist: 2009 habe ich mich nach einer anderen Wohnung umgesehen, da ich weder einen Balkon noch eine Gartennutzung hatte und mir ein Aufenthaltsort im Freien nach Feierabend oder am Wochenende einfach gefehlt hat. Als meine Vermieter das mit gekriegt hatten, wurde in kurzer Zeit von ihnen die Terrasse - aus freien Stücken - gebaut, sodass ich natürlich weiter in diesem Mietverhältnis blieb. Die Erstellung des Freigeheges wurde selbstverständlich mündlich von ihnen genehmigt - sowas würde ich nie ohne Einwilligung tun. Die Beregnungsanlage wurde ohne Beanstandung bereits im Frühjahr von ihnen zur Kenntnis genommen. Geht sie eigentlich auch gar nichts an - der Wasserverbrauch muss mit den Mitmietern geklärt und abgerechnet werden weil der Wasserverbrauch außerhalb meiner Wohnung auf deren Abrechnungskonto landet - was ich zum Installationszeitpunkt gar nicht wusste weil ich aufgrund dessen, dass der Absperrhahn zu dem Wasserhahn im Garten in meiner Wohnung ist, dachte, dieser Wasserverbrauch würde über meinen Zähler laufen. Das ist mittlerweile auch mit meinen Mitmietern für alle Seiten zufriedenstellend geklärt. Auf keine Antwort von mir wurde eingegangen, sodass letztendlich natürlich ich als die "undankbare Mieterin" deklariert wurde und auf meine wiederholte Frage wann das Gerüst endlich abgebaut würde, kam dann nur sie ließe sich nicht von mir festnageln aber es würde vor ihrem Urlaub im Herbst passieren. Nachdem ich dann hartnäckig noch erfragen konnte, dass dieser Urlaub Ende September wäre, sollte also das Gerüst bis spätestens Ende September abgebaut sein. Auf die Argumentation, dass das Gerüst eine erhöhte Einbruchsgefahr darstellt wurde nur lapidar abgewunken und auf den Hinweis auf die erhöhte Anzahl von Einbrüchen im Landkreis Roth derzeit - Schweigen. Na, warten wir es mal ab. Sollte das Gerüst bis Ende September nicht abgebaut sein, werde ich meinen Rechtsschutz einschalten und eine einstweilige Verfügung erwirken - nach diesem Gespräch ist mir das erst recht ernst damit. Ach ja, auf die Erzählung, dass ihre Mutter, die im nicht weit entfernten Seniorenwohnheim wohnt, mit ihrem Elektromobil einfach mal so bei uns im Garten herumgefahren ist - und das bereits 2mal - kam nur: "Du weißt ja wie das ist mit den alten Leuten". Komisch - immer nur die Anderen sind die Bösen, oder sehe ich das jetzt falsch? Sie weigern sich einfach anzuerkennen, dass sie den Besitz ihres Eigentums an ihre Mieter übergeben haben und sich bei ihren Mietern anmelden müssen wenn sie das Grundstück betreten und irgendwelche Arbeiten ausführen wollen. Nach unseren Informationen gibt es auch einige "Helfer" der Vermieter, die tatsächlich permanent Hausschlüssel haben. Es kann uns also passieren, dass des Vermieters "Mädchen für Alles - Hausmeister" einfach so bei uns im Haus herum spaziert - er hat ja einen Schlüssel.

 

Update - Seit 03/2017 ist das Mietverhältnis gekündigt, da die henmount-famliy in ihr eigenes Häuschen umgezogen ist.