10/2021 G20 Klima: Große Erwartungen - kleine Ergebnisse

Die Regierungschefs der G20-Länder versprechen Klimaneutralität bis zur Jahrhundertmitte und die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Konkrete Maßnahmen und Verpflichtungen, um diese Ziele zu erreichen, fehlen.

 

Sieg der Bremser

Gegenüber der positiven Bewertung der gemeinsamen Schlusserklärung von Rom steht allerdings ein faktischer Sieg der Gruppe der Klimabremser. In ihr versammeln sich die größten Kohleverbraucher und -produzenten: China, Indien, Russland und Australien. Sie haben verhindert, dass es zu konkreteren Zielen für den Ausstieg aus der Kohle kam. Die ursprünglich härtere Sprache des Kommuniqués war über Nacht bei den Verhandlungen der Diplomaten aufgeweicht worden. Der einzige greifbare Erfolg ist hier ein Ausstieg aus der Finanzierung internationaler Kohlekraftwerke oder Anlagen. Aber sogar dabei gibt es ein Schlupfloch: Es geht nur um öffentlich finanzierte Projekte, private Banken zum Beispiel könnten weiter Geld für die Kohleverstromung geben.

Klimaschützer enttäuscht

"Die G20 haben eine Verantwortung, aber sie sind ihr nicht gerecht geworden", kritisiert Friederike Röder von der NGO "Global Citizen". Es fehlten alle konkreten Maßnahmen, um die vereinbarte Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts auch zu erreichen. So gebe es keine Frist zur Beendigung von Kohlesubventionen, und ohne klare Fristen werde nichts geschehen. Auch enthalte die Erklärung von Rom nichts zum Ausstieg aus der Kohleverstromung. Der ursprünglich von Italien präsentierte Entwurf sei viel besser gewesen, so die NGO-Vertreterin, so aber ende der G20-Gipfel im "Versagen". Die Entwicklungsorganisation "World Vision" nannte das G20-Treffen den "Gipfel der verpassten Chancen", die Staaten hätten vor harten Entscheidungen gekniffen. Und Greenpeace kritisiert das Ergebnis scharf: "Das Kommuniqué ist schwach, ohne Ehrgeiz und Vision".  Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres zeigt sich enttäuscht: "Ich verlasse Rom mit unerfüllten Hoffnungen, aber zumindest sind sie nicht begraben", schrieb er auf Twitter. Er setzt darauf, dass einige Länder während der anschließenden Weltklimakonferenz in Glasgow ihre Klimaziele noch nachbessern könnten.

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